Die Versorgung chronisch Kranker in der Bundesrepublik Deutschland erfolgt zunehmend im Rahmen so genannter Disease-Management-Programme (DMP). Disease-Management bedeutet wörtlich übersetzt Krankheitsmanagement. Ein Ausgangspunkt der DMP ist die Erkenntnis, dass ein relativ geringer Anteil der Versicherten (20%) den Großteil der Kosten im Gesundheitssystem (90%) verursacht.
Disease-Management beruht auf der Annahme, dass diese Probleme bei bestimmten chronischen Krankheiten durch eine Strukturierung der Behandlung behoben werden können. Bestandteile der DMP sind unter anderem medizinische Eckpunkte für die Behandlung der Versicherten auf der Basis evidenzbasierten Wissens; die Koordinierung der Versorgung über Sektorgrenzen hinweg; die Information und Unterstützung der Versicherten und die Förderung der aktiven Mitarbeit der Patienten.
Für die Region Nordrhein haben die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein und die nordrheinischen Krankenkassenverbände Verträge über strukturierte Versorgungsprogramme für die Diagnosen Brustkrebs, Diabetes mellitus Typ II sowie Koronare Herzkrankheit geschlossen. Die Aufgaben der ärztlichen Qualitätssicherung in den DMP werden von der „Nordrheinischen Gemeinsamen Einrichtung
Disease-Management-Programme GbR (GE)“ gemäß § 28f Abs. 2 RSAV wahrgenommen bzw. veranlasst.
Die Gemeinsame Einrichtung hat nach einer europaweiten Ausschreibung das „Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung“ mit begleitenden qualitätssichernden Maßnahmen beauftragt. Zu den Aufgaben, die das Zentralinstitut in der Verantwortung der Gemeinsamen Einrichtung wahrnimmt, zählen die Erstellung von Feedbackberichten nach dem Benchmarking-Prinzip für die beteiligten Praxen und die Erstellung von Erinnerungsschreiben (Reminder) an die beteiligten Praxen, die darüber informieren, welche Patienten im kommenden Quartal erneut in die Praxis einbestellt werden müssen.

Letzte Änderung am: 27.09.06
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