Überprüfung der Kalkulationsgrundlagen Im Rahmen dieses Moduls sollen die Kalkulationsgrundlagen, die dem EBM 2000plus zugrunde gelegt wurden, überprüft werden. Diese Überprüfungen setzen voraus, dass die Kalkulations- und Simulationsgrundlagen für alle Leistungen/ Leistungskomplexe hinterlegt und für die an der Evaluation beteiligten Institutionen einsehbar sind. Bei der Überprüfung der Kalkulationsgrundlagen soll zum einen die Leistungs- und leistungskomplexbezogene ärztliche Arbeitszeit untersucht werden. Zum anderen geht es um die Prüfung der quantitätsrelevanten Sachverhalte im Zusammenhang mit Komplexleistungen, also der Frage, welche Leistungen in der Praxis tatsächlich in welchem Umfang erbracht werden. Zur Beurteilung der Komplexleistungen bezüglich der tatsächlich erbrachten obligaten, fakultativen und sonstigen Leistungen ist ein weiteres Teilmodul vorgesehen, welches sich in einer Ex-post-Analyse mit diesen Fragestellungen im Rahmen einer externen Prüfung befasst. Zur Überprüfung der Kalkulationsgrundlagen des EBM 2000plus können folgende zwei Teilmodule, auch unabhänig voneinander, beauftragt werden: Globale Plausibilitätsanalyse der Arbeitszeit Selbstdokumentation ausgewählter Leistungskomplexe im Patientenbezug durch den Arzt
Globale Plausibilitätsanalyse der Arbeitszeit I. Ziele Überprüfung der ärztlichen Arbeitszeithaushalte im Hinblick auf globale Plausibilität/ Inplausibilität
II. Methode Zuordnung von ärztlichen Arbeitszeiten zu den einzelnen Gebührenordnungsziffern gemäß der Kalkulation im neuen EBM Errechnung von Zeithaushalten anhand der Abrechnungsergebnisse (Daten aus einem Quartal) für die bedarfsplanungsrelevanten Arztgruppen Prüfung der Plausibilitäten für die einzelnen Arztgruppen durch Vergleiche der errechneten Zeithaushalte mit den Ergebnissen anderer Studien, die Angaben zur ärztlichen Arbeitszeit bei niedergelassenen Ärzten enthalten (bspw. der Kostenstrukturanalyse)
III. Beobachtungszeitraum 3. und 4. Quartal 2005, also das zweite und dritte Quartal nach EBM-Einführung (Der Beobachtungszeitraum wurde gegenüber dem ursprünglichen Konzept um ein Quartal verlängert wegen der geringeren Besetzungszahl von Arztpraxen im ADT-Panel im Vergleich zu der ursprünglich vorgesehenen Analyse auf der Basis vollständiger Abrechnungsdaten)
IV. Daten Arztbezogene Leistungsfrequenzen für alle bedarfsplanungsrelevanten Fachgruppen aus dem ADT Panel der KVen Nordrhein und Brandenburg (Modul 1) Zuordnung von ärztlichen Arbeitszeiten zu den Leistungen/ Leistungskomplexen im EBM
V. Ergebnisauswertung: 1. Auswertung der Zeithaushalte - arztgruppenbezogen - praxisbezogen - Durchschnittsbewertung - Streuung - Vergleich mit anderen Studien - Abweichungsanalyse 2. Bewertung der Ergebnisse im Hinblick auf Plausibilität der Kalkulationsgrundlagen des 3. Berichte: März 2006 und Juni 2006
VI. Voraussetzungen - Zusage zur arztbezogenen Datenlieferung aus dem ADT-Panel der KV Nordrhein und - Lieferung der Zuordnungstabelle Ärztliche Arbeitszeit, die dem EBM 2000plus zugrunde
Selbstdokumentation ausgewählter Leistungskomplexe im Patientenbezug durch den Arzt I. Ziele 1. Überprüfung des Leistungsinhaltes von ausgewählten Leistungskomplexen 2. Validierung der Kalkulationsgrundlagen im EBM 2000plus
II. Methode Erstellung von tatsächlichen Leistungsprofilen in der Praxis für ausgewählte Leistungskomplexe 1. Definition von zu beobachtenden Leistungskomplexen (2 je Arztgruppe) in den 14 2. Auswahlkriterien: - Häufigkeit/ Relevanz (nach erstellter EBM 2000plus-Analyse) - Verschiedene obligatorische und fakultative Leistungsbestandteile - Kalkulationsgliederung nach Arbeitsleistung (AL) und technischer Leistung (TL) 3. Dokumentation in 5 Arztpraxen („Zufallsauswahl“) pro Leistungskomplex und 4. Beobachtungsobjekt: Patient mit Leistungskomplex 5. Beobachter: Selbstdokumentation 6. Messgrößen: patientenbezogene obligate und fakultative Leistungen und die Dokumentation von in der Praxis tatsächlich erbrachten Leistungen (obligate fakultative und sonstige Leistungen) und die dafür anfallende ärztliche Arbeitszeit bezogen auf Dokumentationsumfang: Es werden 2 Leistungskomplexe je Arztgruppe dokumentiert, 14 Arztgruppen berücksichtigt, so dass insgesamt 28 Leistungskomplexe in die Untersuchung eingehen. Jeder Leistungskomplex wird von 5 Arztpraxen dokumentiert (eine Praxis dokumentiert jeweils nur einen Leistungskomplex). Jede beteiligte Praxis dokumentiert die leistungskomplexbezogenen Leistungen patientenbezogen für insgesamt 20 Patienten. Damit ergeben sich für 28 Leistungskomplexe jeweils 100 patientenbezogene Dokumentationen, in der Summe 2.800 Dokumentationen. Es handelt sich um eine Selbstdokumentation durch den Arzt. Die Dokumentation erfolgt schriftlich auf vorstrukturierten Dokumentationsbögen, die für jeden Leistungskomplex vorbereitet werden.
III. Beobachtungszeitraum 4. Quartal 2005, also 6 Monate nach EBM-Einführung (EBM 2000plus im „Routineeinsatz“)
IV. Dokumentationsverfahren 1. Leistungskomplexbezogener Erfassungsbogen strukturiert nach - lfd. Nr. Patient aus Patientenliste von Rezeption - Erfassungsinhalte (obligatorisch, fakultativ, sonstige Leistungen) - Zeitraster
Beispiel für Strukturierung eines Erfassungsdokuments für „Perimetrie“ (EBM 2000plus-Ziffer 536)
V. Ergebnisauswertung: Auswertung der Dokumentationsdokumente - leistungskomplexbezogen - praxisbezogen - praxisübergreifend - Durchschnittsbewertung - Streuung - Vergleich mit EBM 2000plus-Kalkulation - Abweichungsanalyse Bericht: Mai 2006
VI. Voraussetzungen
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