Nach dem jüngsten Bericht der „Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener Krebsregister in Deutschland“ sterben in Deutschland rund 30.000 Personen im Jahr an Darmkrebs. Damit ist das kolorektale Karzinom bei Frauen und Männern wie in Europa insgesamt auch in Deutschland die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Mit über 60.000 Neuerkrankungsfällen pro Jahr stellt das kolorektale Karzinom bei Frauen nach dem Brustkrebs und bei Männern nach dem Prostatakarzinom zudem die jeweils zweithäufigste Krebsneuerkrankung dar. Bei seit einigen Jahren zunehmenden Überlebensraten betroffener Patienten und einer gleichzeitig durch demographische und lebensstilassoziierte Entwicklungen bedingten Zunahme der Neuerkrankungen nimmt Deutschland bezüglich der Prävalenz des kolorektalen Karzinoms im europäischen Vergleich inzwischen die Spitzenposition ein. Krebs in Deutschland. 5. überarbeitete, aktualisierte Ausgabe. Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener Krebsregister in Deutschland. Saarbrücken, 2006 http://www.rki.de/cln_011/nn_227180/DE/Content/GBE/DachdokKrebs/Broschuere/ Bereits seit 1971 besteht in der Bundesrepublik Deutschland ein gesetzliches Krebsfrüherkennungsprogramm (KFU). Als dessen integraler Bestandteil stand gesetzlich Krankenversicherten ab einem Alter von 45 Jahren seit 1977 ein jährlicher Test auf Blut im Stuhl (FOBT, Okkultbluttest) zur Darmkrebsfrüherkennung zur Verfügung . Ein Nachteil des Okkultbluttests ist jedoch die relativ geringe Sensitivität von ca. 40 % für den Nachweis kolorektaler Karzinome bei einmaliger Testdurchführung bzw. von noch deutlich weniger für kolorektale Adenome. Kolorektale Adenome gelten als die relevanten Vorläufer-Läsionen eines Darmkrebses, aus denen, der Adenom-Karzinom-Sequenz Hypothese folgend, im Laufe von mehreren Jahren fast alle kolorektalen Karzinome entstehen. Daher ist Darmkrebs eine Krebsart, deren Entstehung weitgehend verhindert werden kann, wenn kolorektale Polypen und Adenome frühzeitig entdeckt und vor ihrer Entartung abgetragen werden. Die Entdeckung von kolorektalen Polypen und deren Abtragung im Rahmen derselben Untersuchung ist durch eine vollständige Koloskopie möglich. Im Oktober 2002 wurde daher mit der Darmspiegelung als Früherkennungsmaßnahme das gesetzliche Krebsfrüherkennungsprogramm in der Bundesrepublik Deutschland erheblich erweitert. Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherung haben ab dem Alter von 55 Jahren seitdem das Recht, diese Maßnahme alternativ zu dem bereits bestehenden Okkultblut-Test in Anspruch zu nehmen. Im Jahre 2003 wählten ca. 500.000 Versicherte die neue präventive Darmspiegelung.
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